
Unsere Reise begann am Freitagmorgen. Statt zum Unterricht an der Viko zu gehen, fuhren wir direkt zum Frankfurter Flughafen. Bei Regen und Kälte stiegen wir ins Flugzeug und landeten in Rom bei 37 °C und strahlender Sonne. Im klimatisierten Hotel konnten wir uns erst einmal erholen. Später gab es eine Stadtrallye und ein leckeres Abendessen. Da wir noch ziemlich erschöpft waren, ging es früh zurück ins Hotel, um Kraft für die nächsten Tage zu sammeln.
Schon am nächsten Morgen starteten wir früh ins Programm: Das Kolosseum stand an. Dort hörten wir die erste unserer selbst aufgenommenen Podcast-Folgen, die wir anstelle von Referaten vorbereitet hatten. So konnten wir uns mitten in der Stadt bequem über die Sehenswürdigkeiten informieren. Für viele war es ein besonderer Moment, zum ersten Mal ein Weltwunder zu sehen. Trotz Hitze und Menschenmassen hat es sich absolut gelohnt. Danach ging es direkt weiter zum Palatin und zum Forum Romanum. Nach einer Mittagspause schauten wir uns den Circus Maximus an, von dem leider nicht mehr viel übrig ist. Unser letzter Programmpunkt war die Tiberinsel, wo es laut Herrn Vogt sehr gutes Eis geben sollte. Und er hatte recht!
Der Tag begann an der Spanischen Treppe, wo wir natürlich auch ein paar Fotos machten. Danach ging es zum Trevi-Brunnen, für viele das Highlight der Reise. Um direkt davorzukommen, mussten wir uns anstellen, und die Sicherheitsmänner pfiffen sofort, wenn jemand den Brunnen berührte. Weiter ging es über den Kapitolshügel bis zum Pantheon, dessen riesige Kuppel und das neun Meter große „Auge“ alle beeindruckt haben. Später besuchten wir die Engelsburg, die früher als Festung und Gefängnis diente. Abends ließen wir den Tag mit einem Picknick im Park ausklingen.
Montag war besonders, denn wir betraten ein neues Land: den Vatikanstaat. Unser erster Stopp war der Petersdom, wo wir gehofft hatten, den Papst zu sehen. Leider kam es nicht dazu, aber immerhin konnten wir den Platz bewundern, auf dem er normalerweise seine Reden hält, und der Dom selbst war mit seinen vielen Kunstwerken mehr als beeindruckend. Danach stand die große Entscheidung an: 10 Euro zahlen und fast 600 Stufen bis ganz nach oben steigen, oder unten bleiben. Am Ende haben sich wirklich alle für den Aufstieg entschieden. Und der war viel schlimmer, als wir dachten: enge, schiefe Gänge, unregelmäßige Stufen, dunkel und stickig. Oben wurden wir zwar mit einem unglaublichen Ausblick über Rom und den Vatikan belohnt, aber die Freude hielt sich in Grenzen, weil uns sofort klar war, dass wir den ganzen Weg wieder hinuntergehen mussten. Am Abend entspannten wir im Park und später auf der Hotel-Dachterrasse.
Die Hitze von fast 38 °C führte sogar zu einem großen Waldbrand nahe Rom. Deshalb musste unser Programm geändert werden und wir konnten leider nicht ans Meer nach Ostia. Stattdessen besuchten wir das Etruskische Museum. Dort haben wir viel über die spannende Historie der Etrusker gelernt und es war vor allem klimatisiert! Danach spazierten wir durch die Villa Borghese, einen riesigen Park, der wegen der Trockenheit allerdings sehr mitgenommen aussah. Dort versuchten zahlreiche Straßenhändler uns Rosen und Armbänder aufzuschwatzen, jedoch ohne Erfolg. Später konnten wir wählen zwischen Freizeit oder einem Besuch der barocken Kirche Sant’Ignazio di Loyola. Den letzten Abend verbrachten wir am Kolosseum, diesmal bei Dunkelheit. Das war ein wirklich besonderer Anblick.
Am letzten Tag ließen wir es ruhiger angehen. Eine Gruppe besuchte eine klimatisierte Mall, um Souvenirs für ihre Familien zu besorgen, eine andere Gruppe schaute sich die Caracalla-Thermen an. Die Rückreise verlief nicht ganz reibungslos, aber am Ende waren wir erleichtert, wieder im regnerischen Deutschland zu landen.
Und nicht zu vergessen: Ohne die römischen Trinkbrunnen hätten wir es wohl kaum durch die Woche geschafft! Das eiskalte Wasser an jeder Ecke (manchmal sogar mit Sprudel) war unsere Rettung in der Hitze.
Ganz besonders danken wir aber Frau Eizenhöfer und Herrn Vogt. Sie haben uns während der gesamten Reise unterstützt, sich um das Wohl jedes Einzelnen gekümmert und immer für gute Laune gesorgt. Dank ihnen wurde diese Fahrt zu einem unvergesslichen Erlebnis und der perfekte Abschluss nach sechs Jahren Latein.
Und an alle, die bald vor der Entscheidung zwischen Latein und Französisch stehen: Denkt an unsere Worte! Sechs Jahre Latein haben sich spätestens mit dieser Fahrt gelohnt.

