Unvergessliche Sternstunden …
präsentierte die Viktoriaschule am 12. Mai 2026 in der Orangerie Darmstadt. Seit etlichen Jahren gibt es zwei Konzerte, die das umfangreiche und außergewöhnliche musikalische Engagement der Schülerinnen und Schüler sowie die hervorragende pädagogische Arbeit der Lehrkräfte eindrucksvoll unter Beweis stellen. Dieser Abend war ein einziges Fest der Musik.
Sommerkonzert I
Streicherklasse 5b – Leitung: C. De Gezelle und C. Troeger
Den Auftakt des Abends gestaltete die Streicherklasse 5b mit zwei stilistisch unterschiedlichen Werken. Mit Hoe Down von S. Fletcher (Arrangement: U. Adler, M. Müller Schmied) brachten die jungen Streicherinnen und Streicher rhythmische Energie und Spielfreude auf die Bühne. Im anschließenden Tango von P. und B. Boch hörte man dann exakte Pizzicati und auch erstaunlich ausdrucksstarkes Spiel. Für Schülerinnen und Schüler, die erst seit Kurzem ein Streichinstrument spielen, eine starke Leistung.
Bläserklasse 6b – Leitung: E. Kraft
Die Bläserklasse 6b begeisterte das Publikum mit Plaza de Toros von M. Story und entführte die Zuhörerinnen und Zuhörer in die temperamentvolle Welt Spaniens. Authentisches Kolorit steuerten Mika Seidel (E-Phase) und Silas Weber (Q2) mit Percussion und Kastagnetten bei. Das schwungvolles Stück Beetle Boogie von D. Ravenal erlaubte nun dem tiefen Blech, sich zu profilieren. Den Abschluss bildete Shut Up and Dance von R. McMahon (Arrangement: M. Sweeney), das mit swingenden Synkopen für Begeisterung sorgte.
Chor 5 – Leitung: C. De Gezelle
Der Chor 5 berührte das Publikum mit zwei ausdrucksstarken Liedern. Weil wir sind (T+M: R. Brosowski, M. Pfreimer, F. Sennholz) war optisch ansprechend choreografiert und die deutliche Artikulation ließ aufhorchen. A Million Dreams aus dem Musical The Greatest Showman (T+M: B. Pasek, J. Paul) zauberte Atmosphäre durch eine leise Tiefe bis hin zu schönem Volumen in der Höhe. Besonderer Dank gilt Maja Groß (9b) für ihre einfühlsame Klavierbegleitung.
Chor 6 – Leitung: E. Kraft
Für immer Frühling (T+M: Sofie Aspacher) überzeugte mit abwechslungsreicher, dynamischer Gestaltung. Darauf folgte mit Riptide von Vance Joy, ein moderner Popsong, der konzentriert vorgetragen wurde. Besonders gefiel, dass auch in den Pausen im Lied die Spannung gehalten werden konnte. Lenya Adler (E-Phase) begleitete aufmerksam am Klavier.
Percussion AG I – Leitung: E. Kraft, feat. Lotta Niemeyer und Lotta Siegrist, E-Phase
Etwas Besonderes bot die Percussion AG I mit ihrem eigens entwickelten Stück Wir+Ihr+Peter. Der anfängliche Klatsch-Dialog mit dem Publikum (Wir+Ihr!) mündete nach einem kleinen Percussion-Zwischenspiel in das berühmte Peter(!)-Gunn-Theme von H. Mancini (Arrangement: V. Lopez), das von beiden Lottas angestimmt wurde. Diese Kreativität, gepaart mit Rhythmusgefühl und unter Einbeziehung des Publikums, wurde erfreut aufgenommen.
Streichorchester – Leitung: S. Loew und C. De Gezelle
Dragon Dances von S. H. Newbold entfaltete eine faszinierende klangliche Bilderwelt – kraftvoll, farbenreich und präzise gespielt, während 21 Guns von Green Day (Arrangement: B. Phillips) bewies, dass auch Streicher die Bühne rocken können. Johanna Neufeldt (5d) bereicherte den Auftritt am Schlagzeug.
Blasorchester
Leitung: C. Krämer | Fagott-Solo: Johannes Diefenbach, 8b
Den krönenden Abschluss des ersten Konzertteils gestaltete das Blasorchester. Viva la vida von Coldplay (Arrangement: T. Waters) erklang mit Strahlkraft und orchestraler Fülle. Die Romanza: Una furtiva lagrima aus Donizettis L’elisir d’amore (Arrangement C. Krämer) war ein emotionaler Höhepunkt: Johannes Diefenbach (8b) spielte das Fagott-Solo im Wechsel mit den Flöten mit bemerkenswerter Reife und Musikalität. Den Abschluss bildete das weltbekannte Bella Ciao (Arrangement: B. v. Haagen), das mit Leidenschaft und Energie vorgetragen in einem furiosen Finale endete. Das Publikum in der vollbesetzten Orangerie dankte mit nicht enden wollenden Begeisterungsstürmen für dieses erste Konzert des Abends.
Sommerkonzert II
Großes Orchester – Leitung: C. Troeger, Solo-Celli: Luis Weiler, Q4 und Aren Manassian, E-Phase
Das zweite Konzert eröffnete das Große Orchester in reiner Streicherbesetzung: Vivaldis Concerto für 2 Violoncelli und Streicher g-moll (Sätze: Allegro und Largo) wurde von Luis Weiler (Q4) und Aren Manassian (E-Phase) als Solo-Cellisten mit beeindruckender Virtuosität und gut aufeinander eingespielt präsentiert. Die Streicher begleiteten dezent und aufmerksam während der Soli und leuchteten klangvoll in den Tutti-Passagen. Der langsame Satz in noch kleinerer, reiner „Bass-Besetzung“ wurde von allen Beteiligten herzergreifend schön musiziert.
Mit Smetanas Die Moldau (Arrangement: T. Stapf, C. Troeger) folgte ein sehr bekanntes Werk von sinfonischer Größe. Die vertrauten Flötenwellen begannen flüssig, bis das ganze Orchester die Klangwogen verstärkte – festliches Blech erglänzte, von sonoren Tuben unterstützt. Der Bauerntanz wurde neu mit Schlagwerk interpretiert, doch schon folgten die Stromschnellen von bedrohlichem Blech und bebenden Streichern dargestellt, während das Holz, immer eindringlicher warnend, in die Höhe stieg, bis die Flussfahrt in triumphales Dur mündete und schließlich leise verklang. Das von Frau Troeger als lang angekündigte Werk war unglaublich kurzweilig und die musikalische Reise (zu) schnell vorbei, denn die klangliche Gestaltung und der emotionale Ausdruck zogen das Publikum unwiderstehlich in ihren Bann. Eine beeindruckende Glanzleistung des gesamten Ensembles, die mit rauschendem Beifall gefeiert wurde.
Big Band – Leitung: E. Kraft
Die Big Band hatte Schwung und gute Laune im musikalischen Gepäck. Mit You’re Welcome aus dem Musical Moana (T+M: L.-M. Miranda, Arrangement: J. Wasson) startete die Band, von Schlagzeug und Klavier angeführt und mit fetzigen Bläsereinwürfen garniert. Happy von Pharrell Williams (Arrangement: M. Tomaro) zündete sofort und ließ die Fußspitzen mitwippen – ein satter Groove mit starken Trompeten-Spitzentönen und behänden Posaunen. Den Abschluss bildete Piazzollas Libertango (Arrangement: P. Murtha), bei dem die Big Band ihre stilistische Vielseitigkeit unter Beweis stellen konnte. Melancholische Trompeten-Melodien über dem Saxofon-Ostinato beendeten den überzeugenden Auftritt.
Projektchor – Leitung: C. Troeger
Der Projektchor aus Eltern, Lehrern und Lehrerinnen begeisterte mit zwei Welthits. The Lion Sleeps Tonight (Arrangement: W. Gabler) wurde gelungen akustisch inszeniert, beginnend mit „mundgemachten“ Dschungelgeräuschen, bevor die Percussion-AG einstieg und im Chor das bekannte „Wim-oh-weh“ erklang – schwebende Frauenstimmen im Kontrast zu starken Männerstimmen, musiziert mit einer mitreißenden Lebendigkeit, bevor das Lied mit den Dschungelgeräuschen schon wieder ausklang. Chan Chan von Compay Segundo (Arrangement: C. Troeger) brachte lebhaftes, kubanisches Flair in den Saal, unterstützt durch ein beeindruckendes Trompeten-Solo von Frau Dammel. Die Begleitung durch Maja Groß (9b) am Klavier, Raphaela Kändler (E-Phase) am Kontrabass sowie Mitgliedern der Percussion-AG II verlieh dem Auftritt besondere Raffinesse und Authentizität.
Percussion-AG II – Leitung: C. Troeger
Der Auftritt der Percussion-AG II knüpfte musikalisch an den vorigen Auftritt an: Ramba-Samba von A. Kohlmann, ein kraftvolles und rhythmisch präzises Werk, das die Energie und Spielfreude der Gruppe eindrucksvoll widerspiegelte. Die Akkuratesse im Ensemble und die Dynamik des Vortrags zeugten von intensiver Probenarbeit und brachten die Orangerie zum Beben.
Chor-AG – Leitung: A. Dammel
Die Chor AG ist nach mehreren Dirigentenwechseln im Wiederaufbau begriffen. Unter der neuen Leitung von Frau Dammel war eine vielversprechende Klangqualität zu hören. Flowers von Miley Cyrus (Arrangement: E. Thürig) begleitet von Felix Niemeyer (Abitur 2025) am Klavier brachte das Publikum mit müheloser Höhe zum Träumen. Bring Me Little Water, Silvie (Arrangement: M. Smiley) beeindruckte mit elaborierter Bodypercussion gleichzeitig zum mehrstimmigen Gesang.
Überraschung
Wer sich gewundert hatte, warum das Konzert laut Programm nicht laut und fröhlich enden sollte mit Bigband &Co., sondern klassisch mit Beethoven, wurde bald eines Besseren belehrt. Der vermeintlich harmlose Signor-Abbate-Kanon von Ludwig van Beethoven, angestimmt von der Chor-AG entpuppte sich als Flashmob, zusammen mit dem Projektchor, Teilen von Orchester und Big Band – ein nie gesehen und gehörter Konzert-Abschluss. Von allen Ecken und Enden der Orangerie ertönte der Kanon. Wer das nicht erlebt hat, hat wirklich etwas verpasst – ein ganz besonders herausragender Konzert-Abend unter den vielen fantastischen Konzerten der Viktoriaschule.
Den Flashmob erdacht, einstudiert und organisiert hatte Frau Troeger mit der Unterstützung von Frau Dammel.
Neben den Auftritten auf der Bühne gab es noch die nicht zu unterschätzenden Leistungen im Hintergrund von Tontechnik und Orga-Team, die einen reibungslosen und zügigen Konzertablauf erst ermöglichten. Dieses Jahr wird ein besonderer Jahrgang die Viktoriaschule mit dem Abitur verlassen. Ein Jahrgang, der in großer Breite maßgeblich die musikalische Arbeit an der Viko über Jahre, teils sein ganzes Schulleben, mitgetragen hat – auf und hinter der Bühne. Daher war es der Musikfachschaft ein Herzensanliegen, gerade diese treuen guten Geister im Hintergrund nun auf großer Bühne zu verabschieden:
(von links) Maja Braig, Lara Kaup, Charlotte Wedeking-Fischer und Johannes Scharpenberg (Q4). Eure gute Arbeit liegt nun in den vielversprechenden Händen der Nachrücker und wird weitergeführt! Die diesjährigen Sommerkonzerte der Viktoriaschule waren ein eindrucksvolles Zeugnis für das herausragende Musikleben an dieser Schule, das Schülerinnen und Schüler aller Altersgruppen und Niveaus miteinbezieht. Oder wie Schulleiterin Frau Biebel in ihrer Begrüßung so treffend zitierte und ergänzte: „Alles menschliche Können ist eine Summe von Geduld und Zeit“ (Honoré de Balzac), was die Schülerinnen und Schüler heute wieder beweisen konnten – allerdings zu ergänzen um die unglaubliche jugendliche Energie und Begeisterungsfähigkeit. Besonderer Dank und Anerkennung gelte allen beteiligten Lehrkräften, die mit großem Engagement und pädagogischem Geschick diese bemerkenswerten Leistungen ermöglichten.
Der tobende Applaus des Publikums war der verdiente Lohn für Wochen und Monate intensiver Probenarbeit und ein klares Zeichen: Musik verbindet, begeistert und bereichert das Schulleben auf einzigartige Weise. Diese Verbundenheit zeigte sich auch darin, dass angesichts der fortgeschrittenen Stunde viele helfende Hände mitanpackten, um die Orangerie noch rechtzeitig und in Rekordzeit zu räumen – DANKE!
Text: Die Fachschaft Musik, Fotos: M. Jung

